Buchkritik: Tom Wolfe: Die Helden der Nation (The right stuff)

Die Air Force erkannte jetzt, daß es nichts Besseres gab als Helden und Rekordhalter, um eine gute Presse und die Bewilligung von Geldern zu erhalten. Das einzige Problem dabei war nur, daß bei der breiten Öffentlichkeit jetzt jede andere Form des Fliegens von den Astronauten in den Schatten gestellt wurde. Mit anderen Worten, was wollten die Lokalreporter heute von Chuck Yeager [dem Durchbrecher der Schallmauer] wissen? Richtig, alles über die Astronauten. Einer von ihnen hatte den blendenden Einfall, Yeager zu frage, ob er es bedauerte, nicht als Astronaut ausgewählt worden zu sein.
Yeager lächelte und antwortete: "Nein, man hat mir die einmalige Gelegenheit im Leben gegeben, die X-1 ... zu fliegen, und das war mehr, als ein Mann damals erhoffen konnte. ...
"Außerdem", fügte er hinzu, "bin ich mein Leben lang Pilot gewesen, und bei dem Projekt Merkur gibt es nichts zu fliegen."
Kein Fliegen? - ...
Die Sache sei so, erklärte er, daß das Merkursystem vollständig automatisch funktioniere. Sobald man einmal in der Kapsel säße, hätte man überhaupt nichts mehr bei diesem Thema mitzureden.
Puh! -
"Übrigens", meinte Yeager, "wird ein Affe den ersten Flug machen."

aus dem Kapitel: Im Zweikampf

Durch die Schallmauer und immer weiter - bis zum Mond

Sieben Jahre nachdem der letzte Mensch den Mond betreten hatte, begannen die Erinnerungen der Öffentlichkeit an die Anfänge der bemannten amerikanischen Raumfahrt zu verblassen. Da erschien ein dickes Buch über die ersten Astronauten, die "Mercury Seven", das die Erinnerungen wieder ins Leben rief und darüberhinaus eine Menge Erklärungen lieferte, warum einige Entscheidungen im Mondprogramm der USA so und nicht anders getroffen wurden. Geschrieben war das Buch von einem jungen Journalisten aus New York ganz und gar im Stile eines journalistischen Artikels, aber im Format eines Romans. Das Buch enthielt Fakten über Fakten, sowohl technische als auch menschliche. Mit seinem Ansatz, das tatsächliche Geschehen zwar dokumentarisch zu beschreiben, es aber durch die Fülle an Hintergrundinformationen über die Menschen dieser Zeit, ihre Beweggründe, Ängste, Zweifel und mutigen Entscheidungen zu einem lebendigen Relief der näheren Zeitgeschichte zu machen, begründete Tom Wolfe zusammen mit Truman Capote, Norman Mailer u.a. den Literaturstil des "New Journalism". Auch Norman Mailer schrieb 1969 einen "Reportage-Roman" über den Flug und die Mondlandung von Apollo 11: "A fire on the moon". Leider blieb der "New Journalism" ein US-amerikanisches Phänomen der Sechziger- und Siebziger-Jahre.

Der Stil des "New Journalism" ist der geglückte Versuch, aus den eingefahrenen Schienen des Genre auszubrechen und einen Stil zu entwickeln, der die alle Grenzen sprengenden und überwindenden Geschehnisse der Sechziger-Jahre angemessen beschreiben könnte. Viele Bücher von Tom Wolfe und seinen New-Journalism-Kollegen beschreiben die grenzerweiternde Entwicklung der Rockmusik, des Drogenkonsums und der politischen und ethnischen Protestbewegungen. Aber Wolfe und Mailer begriffen auch die Bedeutung der alle irdischen Grenzen überschreitenden Entwicklung der Raumfahrt. Ihre Bücher "The right stuff" und "A fire on the moon" wirken heute wie der verzweifelte Versuch, Worte für ein Ereignis zu finden, das so groß war, daß die meisten Menschen es gar nicht sehen konnten - das Betreten eines anderen Himmelskörpers.

Tom Wolfe

Portrait von Tom Wolfe von seiner Website www.tomwolfe.com

Der Dandy und sein Markenzeichen: Tom Wolfe im weißen Anzug! Als Schriftsteller bekannt wurde er durch seinen ersten Roman "Fegefeuer der Eitelkeiten". Tom Wolfe lebt nach wie vor in New York. Quelle: www.tomwolfe.com

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Chuck Yeager

Portait von Chuck Yeager

Der erste Mann schneller als der Schall! Chuck Yeager, Jahrgang 1923, durchbrach 1947 mit der Bell X-1 die Schallmauer. Er ist die (2016 immer noch lebende) Verkörperung des amerikanischen Piloten. Quelle: rolexblog.blogspot.de

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Astronauten und Piloten

"The right stuff" beginnt als Buch wie als Film mit einer langen Abhandlung der Entwicklung der Überschallfliegerei in düsen- und raketengetriebenen Flugzeugen in so abgelegenen Gebieten wie Muroc (später Edwards Air Force Base) in der kalifornischen Mojave-Wüste. Wenn Piloten schon Teufelskerle waren, dann waren Testpiloten, die Prototypen auf ihre Flugfähigkeit untersuchen mußten, noch die Steigerung davon. Die Sterblichkeitsrate eines Kampfpiloten in der Ausbildung lag in den Fünfziger-Jahren bei der US-Armee bei 1 zu 4, d.h. ein Viertel der Soldaten überlebte damals noch nicht einmal die Ausbildung! Bei Testpiloten lag die Rate nicht mehr höher, denn wer überhaupt so weit kam, konnte fliegen. Insofern ist es natürlich, daß der Bezwinger der Schallmauer und die ungekrönte Majestät der amerikanischen Piloten, Chuck Yeager, sich heute im Jahr 2015 mit 92 Jahren noch seiner Gesundheit erfreut.

In Edwards wurden die ersten Flugzeuge mit Raketenantrieb erprobt, die wie die X-1 und die X-15 von Bombern in die Luft getragen und ausgeklinkt wurden. Die Piloten steuerten diese Flugzeuge selbst, sie durchbrachen mit ihnen die Schallmauer, flogen bis zu Mach 6,72 (über 7000 km/h) und landeten sie auch wieder auf dem Boden. Mit dem großen Raketenantrieb der X-15 erreichte der Pilot Joe Walker 1963 Höhen von 85 und 107 km - er flog sechs Jahre vor der Mondlandung mit einem Flugzeug zweimal in den offenen Weltraum und landete danach selbständig! In der Öffentlichkeit wurden diese Leistungen nicht wahrgenommen, denn alles schaute auf die Astronauten. Das X-15-Programm wurde später aus finanziellen Gründen eingestellt. Vielleicht auch, weil die Air Force keine Konkurrenz zur NASA entwickeln sollte, dabei wären dort die entscheidenden Erfahrungen für eine wiederverwendbare Raumfähre gesammelt worden.

Tom Wolfe schildert eindringlich die Rivalitäten zwischen der Bruderschaft der besten Piloten und der entstehenden Gruppe der ersten Astronauten. Es waren eben nicht die besten Flieger, die damals als Astronauten ausgewählt wurden. Die besten Flieger wollten nur eines, nämlich fliegen! Sie belächelten die Astronauten, die in ihren Augen nur Versuchskaninchen für vollautomatisierte Abschüsse von Kapseln waren, und bezeichneten die Astronauten als "spam in a can", also Büchsenfleisch. In der Tat waren es Piloten aus der zweiten Reihe, die sich für die erste Auswahl als Astronaut beworben hatten. Junge Soldaten mit wenig oder gar keinen Kampfeinsätzen, die entweder vom Risiko oder vom Potential eines neu entstehenden Zweiges der Streitkräfte angezogen wurden. Aus über fünfzig Bewerbern wurden in einem medizinisch absurden Belastungstest einer dubiosen Privatklinik die angeblich fähigsten Piloten ausgesucht. Am Ende war es dann aber eine politische Entscheidung, daß zu den "Mercury Seven" drei Piloten der Navy, drei der Air Force und einer der Marines ausgewählt wurde.

Astronauten und Politiker

Die Mercury Seven waren Astronauten ohne Rakete. Die wenigen Startversuche amerikanischer Raketen endeten stets ins Explosionen, meist noch auf der Startrampe. Keiner der "Sternreisenden" war dem Weltraum je wirklich nahe gekommen. Aber als die NASA sie auf einer Pressekonferenz als Amerikas erste Astronauten präsentierte, setzte ein Jubel ohnegleichen ein. Das öffentliche Publikum, die Armeeangehörigen, sogar Journalisten und Politiker aller Parteien applaudierten diesen Männern ohne Erfahrung und ohne Fluggerät.

Tom Wolfe erklärt in "The right stuff" zum ersten Mal, wie es zu dieser paradoxen Reaktion kommen konnte. Die USA waren kollektiv im Sputnik-Schock. Die Aussicht auf kommunistische Satelliten oder gar Raumstationen direkt über ihren Köpfen, ohne Möglichkeit diese mit eigenen Mitteln und Männern zu bekämpfen, produzierte eine irrationale Angst vor einem Angriff "von oben", und dem unbedingten Wunsch, der Übermacht der Sowjets im Weltraum etwas entgegenzusetzen. Ein Krieg gegen die Sowjetunion war aber unter allen Umständen zu vermeiden, denn die Entwicklung der Atombomben hatte auch dazu geführt, daß ein Krieg nur noch Verlierer produzieren würde. An die Stelle einer offenen Schlacht zwischen zwei Mächten trat nun ein Stellvertreterkampf, wie man ihn nur aus Berichten der Antike kannte. Die Astronauten waren jene kleine Gruppe der auserwählten Krieger, die anstelle der geballten Streitmächte in einen Zweikampf Mann gegen Mann geschickt wurden. So ruhten alle Hoffnungen auf Erlösung auf diesen jugendlichen Gesichtern. Angesichts der stets explodierenden Raketen und der damit verbundenen Todesgefahr wurden die Astronauten auf fast mythische Größe erhöht.

Die sieben Männer wurden von dieser plötzlichen Publicity zwar völlig überrascht, aber wie viele junge Männer hatten sie wenig Probleme, deren Vorteile sofort für sich zu nutzen. Es hat lange gedauert, bis sie begriffen, daß es sich um Vorschußlorbeeren für vermeintlich Todgeweihte handelte, und daß mit dem Jubel eigentlich nicht sie, sondern ihre Rolle gemeint war. "The right stuff" schildert die Phasen der Selbstüberschätzung, der Exzesse, der Streitigkeiten und auch der Einsicht. Es war John Glenn, der US-Marine, der praktizierende Christ, der eine von ihnen, der auch am besten mit der Öffentlichkeit umgehen konnte, der sie alle zusammenführte und anführte. Obwohl erst der dritte Amerikaner im Weltraum, war er in der Öffentlichkeit die Personifizierung der Mercury Seven geworden. Er wurde der mit Abstand bekannteste Astronaut der frühen Jahre vor dem Apollo-Programm. Daß Kennedy genau aus diesem Grund eine Geheimanordnung gegeben hatte, John Glenn von allen weiteren Flügen auszuschließen, um das Leben dieses Helden nicht in Gefahr zu bringen, wurde Glenn erst viele Jahre später mitgeteilt. Wieder einmal hatte ein Politiker über seinen Kopf hinweg über ihn entschieden.

Englischer Buchtitel

Buchtitel der englischen Ausgabe

Der englische Bestseller von 1979 ist heute ein Klassiker.

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Tom Wolfes Buchvorstellung...

Deutscher Buchtitel von 1988

Buchtitel der deutschen Ausgabe

Eine gelungene Übersetzung ins Deutsche erschien 1988 bei Hoffmann und Campe.

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Astronauten und Ingenieure

Die Ingenieure der Mercury-Kapseln kamen nicht aus dem Flugzeugbau, sondern aus dem Raketenbau. Ihre Raketen hatten von Anfang an vollautomatische Steuerungssysteme, entweder an Bord oder funkgestützt am Boden. Die ersten "Passagiere" an Bord von Raketen waren kleine Lebewesen wie Spinnen, Mäuse und kleine Affen, die der Untersuchung der Auswirkung von Beschleunigung und Schwerelosgkeit dienten. An einen Piloten, der die Rakete aktiv steuern konnte, hatten die Raketenkonstrukteure nie gedacht, weil sie dafür keine Notwendigkeit sahen. Die erste Mercury-Kapsel "Freedom 7", in der Alan Shepard den ersten Raumflug eines Amerikaners durchführte, hatte noch nicht einmal ein Fenster. So stießen mit den Ingenieuren und den Astronauten zwei Gruppen aufeinander, die diametral entgegengesetzte Vorstellungen vom Fliegen hatten. Es waren harte Kämpfe über die ganzen Jahre des Mercury- und des anschließenden Gemini-Programms, in denen die Astronauten langsam ihre Forderungen an die Steuerfähigkeit durchsetzten. Dazu gehörte die Änderung des Sprachgebrauchs von "Kapsel" hin zu "Raumschiff".

Von großem Vorteil für die Astronauten war es hier, daß die meisten von ihnen eine Ausbildung und Berufserfahrung als Luftfahrtingenieure besaßen. Sie konnten den Raketeningenieuren auf fachlicher Ebene Paroli bieten. So teilten die Astronauten die Fachgebiete unter sich auf und arbeiteten als Konstrukteure aktiv mit. Wally Schirra war aktiv an der Entwicklung des Raumanzugs beteiligt. Gus Grissom arbeitete an der Gestaltung des Cockpits von Gemini (mit dem unangenehmen Effekt, daß es für die anderen Astronauten zu klein war).

Mit dem Beginn der bemannten Raumflüge wurde von Flug zu Flug deutlicher, wie berechtigt im technischen Sinne die Forderungen der Astronauten gewesen waren. Je länger die Flüge währten, je vielfältiger die Anforderungen der durchzuführenden Manöver und Experimente wurden, umso häufiger versagten die automatischen Systeme und die Astronauten "flogen" von Hand. Diesen "Kampf" gegen die Ingenieure hatten die Astronauten gewonnen, was ihnen ganz langsam auch die Anerkennung der Brüderschaft der Piloten verschaffte.

Astronauten und Journalisten

Den ersten sieben Astronauten wurden Autos, Grundstücke, Häuser geschenkt, 24.000 Dollar pro Jahr für einen Vertrag mit der Zeitschrift "Life", bei einem Jahresgehalt zwischen 5.500 und 8.000 Dollar. Keiner der Astronauten und ihrer Ehefrauen war auf diese Entwicklung auch nur im mindesten vorbereitet. Der Vertrag mit "Life" schützte sie alle allerdings in dem Sinne, daß sie nun ohne weiteres die ständig auf sie einstürmenden Reporter mit dem Hinweis auf den Exklusivvertrag zurückweisen konnten, und daß sie in der Zusammenarbeit mit den Fotografen und Redakteuren von "Life" besser kontrollieren konnten, was und was nicht über die Astronauten und ihre Familien geschrieben wurde.

Die Mercury Seven

Die sieben Mercury-Astronauten in ihren silbernen Anzügen.

Wally Schirra, Alan Shepard, Deke Slayton, Gus Grissom, John Glenn, Gordon Cooper, Scott Carpenter. Obwohl John Glenn der älteste der sieben Astronauten war, ist er heute der einzige von ihnen noch lebende.

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Die Verfilmung: Der Stoff aus dem die Helden sind

Vier Jahre nach Erscheinen des Buches wurde es unter demselben Titel "The right stuff" von Philip Kaufman verfilmt. Der deutsche Filmtitel "Der Stoff aus dem die Helden sind" wich von dem Buchtitel "Die Helden der Nation" ab. Der dreieinhalbstündige Film ist ein in sich geschlossenes Kunstwerk, gibt den Inhalt des Buches aber nur in Auszügen wieder.

Astronauten und Ehefrauen

Das Buch von 1979 erwähnt in einigen zaghaften Ansätzen die Not der Ehefrauen der Astronauten. Obwohl das Leben der Kampf-, Test- und Raumpiloten lebensgefährlich war, erwartete die Armee im Sinne einer sozialen Befähigung ganz selbstverständlich, daß zu einer Karriere auch eine glückliche Ehe mit Frau und Kindern gehörte. Welche Ängste, Albträume und Entsagungen die Frauen, "die mit dem Militär verheiratet waren" erlitten, schildert die Verfilmung von 1983 noch eindringlicher als das Buch. Die Umzüge in die entlegensten Winkel der Erde mit unsäglich klimatischen Bedingungen, die Langeweile für die Familie in einer lebensfeindlichen Umgebung, die ständige Angst vor der Todesnachricht, die nicht vorhandene Absicherung im Todesfall, die nicht ansprechbaren Tabuthemen der ständigen Gefahr, der mangelhaften Technik, des Umgangs mit dem Tod - all dies kommt bei Tom Wolfe zur Sprache.

"The right stuff" erzählt, wie die Ehefrauen ihren "Teil des ungeschriebenen Vertrags mit dem Militär" einforderten und teilweise auch erhielten, die Belohnung für all die Ängste und Entsagungen: das Bad in der Menge, die Konfettiparaden, die Einladungen ins Weiße Haus, ein Abendessen mit Jackie Kennedy. Während Alan Shepard als der erste Amerikaner im Weltraum noch enthusiastisch gefeiert wurde, war dies dem zweiten Amerikaner Gus Grissom nach seiner mißglückten Landung, die mit dem Verlust des Raumschiffs endete, schon nicht mehr vergönnt. Als dann John Glenn mit dem dritten bemannten Flug der erste US-Amerikaner im Erdorbit wurde, flammte auf einmal die öffentliche Begeisterung wieder und größer auf als je zuvor. Es war Glenn, der alle seine Kollegen und ihre Frauen zu den Konfettiparaden in ganz USA mitnahm, und ihnen so zu den ersehnten Belohnungen verhalf.

Für die Astronautenfrauen war die nun plötzliche Berühmtheit ihrer Männer mit neuen Herausforderungen verbunden. Die Presse und ihre Vertreter verfolgten jetzt nicht nur die Astronauten, wo sie nur konnten, sondern auch deren Familien. Die NASA unternahm gegen diesen Presserummel so gut wie gar nichts, sondern erwartete im Gegenteil sogar, daß die Astronautenfrauen das NASA-Programm durch ihre glänzenden Auftritte unterstützten. Als der spätere Präsident Lyndon B. Johnson, damals noch Senator von Texas, einmal die Gunst der Stunde nutzen wollte und ohne Ankündigung mit vier Fernsehsendern im Schlepptau bei Glenns Ehefrau aufkreuzte, während Glenn sich gerade auf seinen Start ins All vorbereitete, mußte Johnson erfahren, daß weder er noch die NASA mit "einer Hausfrau fertigwurden" - die ihn nämlich nicht ins Haus ließ. Wiederum war es John Glenn, der sich schützend vor seine Frau stellte, der die NASA-Bosse eindringlich in ihre Schranken wies und ihnen vor Augen führte, daß die Astronauten und ihre Frauen eine eigene Macht im Hause darstellten.